Die Geschichte der Johanna-Ruß-Schule

Wie jede Waldorfschule ist auch die Johanna-Ruß-Schule aus einer lokalen Initiative von Eltern, Lehrern und Unterstützern hervorgegangen. Nachdem sich bereits in den 50er Jahren Überlegungen zur Gründung einer Waldorfschule in Siegen zeigten, die aber am Lehrermangel scheiterten, nahm die Waldorfbewegung in Siegen 1971 mit der Gründung des Kindergartens am Häusling Schwung auf. Nach mehrjähriger Vorbereitung begann dann zum Schuljahresbeginn 1980 die Rudolf Steiner Schule Siegen mit 6 Klassen ihren Betrieb. Heute führt sie mit 13 Klassen bis zum Abitur.

Im Umfeld der Rudolf Steiner Schule wurde dann zunehmend klar, dass auch eine Schule für Kinder gewünscht wurde, die kleinere Klassen, eine besondere Pflege der rhythmischen Strukturen und andere Lernwege benötigten. Nach wiederum langen Gründungsvorbereitungen nahm im Sommer 1995 die Johanna-Ruß-Schule mit den zwei Anfangsklassen ihren Betrieb auf. Von da an wuchs die Schule jedes Jahr durch Neuaufnahme einer ersten Klasse.Bilder

Die beiden ersten Schuljahre verbrachten wir noch in Räumlichkeiten der Rudolf Steiner Schule. Im Sommer 1997 bezogen wir unser neues Domizil an der Alche, das durch Neubauten 2001 und 2007 wesentlich erweitert wurde.

Auch die Trägerschaft hatte bis zum Ablauf des Jahres 2002 noch die Rudolf Steiner Schule Siegen inne, bis wir auch organisatorisch mit dem Verein Johanna-Ruß-Schule e.V. selbstständig wurden. Darüber hinaus hat sich die in den Anfangsjahren intensive Arbeitsbeziehung zu unserer „großen Schwester“ zwar im Lauf der Jahre erheblich reduziert, doch bleibt eine tragende Verbundenheit, für die wir sehr dankbar sind.

Unsere Schule trägt den Namen einer Pionierin unserer Bewegung. Johanna Ruß wurde am 24. September 1901 in Jena geboren, dem Ort, von dem die anthroposophisch orientierte Heilpädagogik in Deutschland ihren Ausgang nahm. Zeit ihres Lebens hat Johanna Ruß mit behinderten Menschen gearbeitet. Die zwei Säulen, auf denen sie ihr praktisches Wirken aufbaute, waren die Musik – viele von ihr komponierte Lieder durchklingen unsern Schulalltag – und die Eurythmie. Bis wenige Tage vor ihrem Tod 1986 war sie im Dienste der Heilpädagogik tätig. In ihrer von Humor getragenen Arbeitsfreude und ihrer Liebe zu allen Menschen ist sie uns ein Vorbild.