Pädagogische Qualitätsentwicklung

Pädagogisches „Denken, Fühlen und Handeln“ – um diese in der Waldorfpädagogik oft benutzte Dreiteilung zu gebrauchen – kann niemals stillstehen oder statisch festgelegt werden. Pädagogische Qualität kann letztlich nicht wirklich „gesichert“ werden, sondern befindet sich stetig in Weiterentwicklung. Bei pädagogischen Prozessen stehen für die Waldorfpädagogik nicht schematische Handlungsmuster im Mittelpunkt, sondern die beteiligten Menschen als umfassende Persönlichkeiten – mit ihrem „Denken, Fühlen und Handeln“. Die Waldorfpädagogik wurde daher schon bei ihrer Entstehung nicht als technokratische Wissenschaft angelegt, sondern verfolgt das Ziel, Erziehungskunst zu sein.

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Instrumente unserer Qualitätsentwicklung sind:

Die pädagogische Konferenz

Mehrere Elemente der wöchentlichen Lehrerkonferenz tragen zur Qualitätsentwicklung bei, insbesondere der Wochenrückblick, in dem das Plenum wichtige Ereignisse aus den Klassen gemeinsam reflektiert, sowie die Kinderbesprechung, bei der ein Kind im Fokus der Erwachsenen steht. Darüber hinaus werden in Stufenkonferenzen pädagogische Themen besprochen.

Berufseinführung und Mentorierung

Jeder neu einsteigende Lehrer wählt sich einen Kollegen seiner Wahl zur Einführung in die Tätigkeit und Mentorierung, da am Anfang der Bedarf nach Anleitung und Reflexion besonders hoch ist. Der Mentor berichtet regelmäßig in der Internen Konferenz aus dieser Arbeit.

Gegenseitiges Hospitieren

Eine besonderes schöne und effektive Möglichkeit zur Qualitätsentwicklung bietet das gegenseitige Hospitieren. Nicht nur Neueinsteiger, sondern alle Lehrer erhalten durch Unterrichtsbefreiung (Vertretung) in regelmäßigen Abständen die Gelegenheit, Kollegen in Unterrichtsstunden zu besuchen. Durch Besuche und nachbereitende Gespräche finden auf beiden Seiten Lernprozesse statt. Im Rahmen der pädagogischen Konferenz werden diese Hospitationen koordiniert.

Fortbildungen

Alle Kollegen erhalten regelmäßig die Gelegenheit zu externen Fortbildungen. Bestandteil der Konferenzarbeit ist, den Themenbedarf nach gemeinsamen, internen Fortbildungen zu erspüren.

Die Vernetzung innerhalb der Waldorfbewegung ermöglicht ein großes Angebot an einschlägigen Fortbildungen. Hierzu verweisen wir auf die unter Freunde/Partner/Links genannten Fortbildungseinrichtungen.

Förderpläne

In regelmäßigen Abständen werden die individuellen Förderpläne, die nach § 19 Abs. 6 AO-SF vorgeschrieben sind, in gemeinsamer Beratung geprüft und fortgeschrieben.

Überprüfung des Förderbedarfs

Wie in § 17 AO-SF vorgeschrieben, überprüft eine Klassenbesprechung jährlich, ob der Förderbedarf jedes Kindes weiter besteht, sich verändert hat oder weggefallen ist.

Biographien ehemaliger Schüler

Die Lehrkräfte pflegen bewusst Kontakte zu ehemaligen Schülerinnen und Schülern. Ihre Berichte über ihre persönliche und berufliche Entwicklung sowie ihr Rückblick auf ihre Schulzeit können wertvolle pädagogische Hinweise geben. Es wird – unter Beachtung des Datenschutzes – eine Abgängerstatistik gepflegt.

Schulentwicklung

Aus der Arbeit der Konferenz, der Arbeitskreise, des Vorstands oder anderer Gremien entstehen oft Veränderungswünsche zur Schulgestaltung, die nicht unmittelbar umgesetzt werden können. Sie werden in einer „Agenda“ (internes Dokument) festgehalten, damit fruchtbare Ideen, die eine längere Entwicklungszeit benötigen, nicht verloren gehen.