Bundesfreiwilligendienst / Freiwilliges Soziales Jahr

Als anerkannte Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) bieten wir z.B. jungen Menschen, die überlegen, eine pädagogische Ausbildung zu beginnen, die Möglichkeit, ein Schuljahr lang besondere und sinnerfüllende Erfahrungen zu sammeln. Auf Antrag kann der BFD als Eignungspraktikum im Rahmen des Lehramtsstudiums anerkannt werden.

Der Bundesfreiwilligendienst entspricht in seinen Konditionen (Seminartage, Anrechenbarkeit für ein eventuelles Studium etc.) dem Freiwilligen Sozialen Jahr.

Es gibt bei uns zwei unterschiedliche Einsatzformen für den Bundesfreiwilligendienst: als pädagogische Hilfe im Unterricht oder als Integrationshelfer/in:

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Pädagogische Hilfe im Unterricht

Bei dieser Einsatzform ist der Helfer einer gesamten Schulklasse zugeteilt und unterstützt die jeweilige Lehrkraft in ihren pädagogischen Zielen und Maßnahmen. Er ist sozusagen „der verlängerte Arm“ des Lehrers.

Das bedeutet, dass er die pädagogischen Absichten des Lehrers gut verstehen und mittragen können muss. Denn in unserer Waldorfpädagogik legen wir großen Wert auf die Gemeinschaftsprozesse, die von einer Mitte ausgehen: von der gemeinsamen Aufmerksamkeit auf Themen des lehrerzentrierten Unterrichts. Diese Aufmerksamkeit ist ganzheitlich, umfasst Denken, Fühlen und Wollen. Schüler können nur wirklich lernen, wenn sie die Begeisterung des Lehrers für den Gegenstand spüren. Der Helfer muss sich von diesem „Geist“ im Klassenraum mit erfassen lassen.

Auf dieser Grundlage trägt der erwachsene Helfer dazu bei, dass die vom jeweiligen Lehrer verantworteten und organisierten Lerngelegenheiten, wie sie hundertfach über den gesamten Tagesablauf (Unterrichte und Pausenzeiten) verteilt sind, für die Kinder und Jugendlichen gelingen.

Wir haben zu dieser Tätigkeit ein ausführlicheres Pädagogisches Konzept erstellt.

Integrationshelfer/in

Einzelne unserer Kinder brauchen eine individuelle Begleitung durch eine/n Integrationshelfer/in. Das Sozialhilferecht erkennt diesen Anspruch Kindern und Jugendlichen zu, die ohne diese Hilfe nicht sinnvoll am Schulunterricht teilnehmen können. Es geht hier meist um Kinder, die wegen einer hochgradigen geistigen oder mehrfachen Behinderung oder auch wegen eines hohen emotional-sozialen Förderbedarfs darauf angewiesen sind, dass ein Erwachsener ihnen immer wieder hilft, die Lernangebote anzunehmen, Arbeiten durchzuführen und sich in der Gruppe zurecht zu finden.

In diesem Aufgabenfeld hat die Hilfskraft eine besonders enge Arbeitsbeziehung zu einem bestimmten Kind. Dafür ist oft eigene emotionale Stabilität erforderlich, und der hohe persönliche Einsatz muss mit einer „professionellen Distanz“ im Gleichgewicht sein. Dieses Einsatzfeld eignet sich besonders für junge Menschen, die einen nichtschulischen pädagogischen, psychologischen oder therapeutischen Beruf anstreben.

Einsatzzeiten

Die Kern-Einsatzzeiten entsprechen den Unterrichtszeiten zuzüglich etwas Vor- und Nachlaufzeit:

Montag, Dienstag, Mittwoch: 8.00 bis 16.15
Donnerstag: 8.00 bis 14.15
Freitag: 8.00 bis 12.45

Die für den Bundesfreiwilligendienst vorgesehene Vollzeit-Stundenzahl von ca. 38,5 Stunden ist durch die Unterrichtszeit, vor allem im Hinblick auf die Ferienzeiten, nicht erfüllt. Wir setzen daher die flexible Einsatzbereitschaft unserer Helfer für ergänzende Aufgaben voraus, z.B. für:

Seminare

Die Freiwilligen des BFD nehmen an 25 Seminartagen innerhalb des Jahres (meist als 5 Seminarwochen organisiert) teil. Diese Seminare laufen in der Verantwortung von

EOS-Erlebnispädagogik e.V.
Wildbachweg 11
79117 Freiburg
Tel. 0761-60080-0
www.eos-fsj.de

oder

Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.
Neisser Str. 10
76139 Karlsruhe
Tel. 0721-354806-130
www.freunde-waldorf.de

Unsere enge und bewährte Kooperation mit diesen Trägern macht das BFD-Jahr zu einer abgerundeten Sache. Die Seminare passen besonders gut zu unserm waldorfpädagogischen Schulleben und tragen neben der täglichen Arbeit dazu bei, dass sich die Freiwilligen eines Jahrganges als Gemeinschaft erleben. Schon viele junge Menschen haben hier fruchtbare Impulse für ihre Biografie erhalten…

Alle Helfer, also auch die Teilnehmer/innen des Jahrespraktikums, nehmen an einer regelmäßigen wöchentlichen oder vierzehntägigen Seminarstunde teil, die von einer Lehrkraft unserer Schule geleitet wird. Dies dient zusätzlich der Reflexion der täglichen Arbeit und der Erarbeitung unserer pädagogischen Hintergründe.

Finanzielle Bedingungen

Die aktuellen finanziellen Bedingungen für den Einsatz im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes erfragen Sie bitte, da sie abhängig von öffentlichen Zuschüssen und anderen Faktoren sind und daher variieren können.

Wichtig ist vorweg: Wir können selbst keine Wohnmöglichkeiten bieten. Jungen Menschen, die eine BFD-Stelle mit integrierter Wohnmöglichkeit suchen, empfehlen wir den Kontakt zu den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. (siehe oben). Dieser Träger hat bundesweit viele Einsatzstellen im Bereich anthroposophisch orientierter sozialer Arbeit, die gleichzeitig eine Wohnmöglichkeit bieten.

Voraussetzungen und Bewerbungsverfahren

Wenn Sie sich für den Bundesfreiwilligendienst bei uns bewerben wollen, sollten Sie

Bitte schicken Sie uns Ihre Bewerbung per Email und mit Foto. Wir haben es mit der Bearbeitung dann leichter und können uns auch längere Zeit nach einem Vorstellungstermin noch an Sie erinnern – was wichtig für die Einsatzplanung ist.

Nach Eingang Ihrer Bewerbung verabreden wir mit Ihnen einen „Schnuppertag“ (einen „langen“ Schultag von 8 bis 16 Uhr), bei dem wir beiderseitig herauszufinden versuchen, ob wir zueinander passen.

Downloads zu Ihrer Info

Dokumente des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA):

Aktuelle Informationen für das BFD-Jahr 2016/2017